Mayastätte Chichen Itza, Mexiko

maya chichen itza kukulcan

Der Tempel des Kukulcan, Chichen Itza, kurz vor einem Gewitter

 
Die wichtigsten Informationen & Fakten zur Mayastätte “Chichen Itza”
Name der Mayastätte / Übersetzung: Chichen Itza /
Mund des Brunnens des Magiers oder Hexers
Name zur Zeit der Mayakultur / Übersetzung: siehe oben
Liegt im heutigen Land: Mexiko
Mayabereich: Nördlicher Bereich
Mayaregion: Nordöstliche Tiefebene
Früheste Evidenz menschlicher Besiedlung: ca. 500 v. Chr.
Besonderheiten / Merkmale / Sonstiges:
  • Zweigeteilte Mayastätte
  • Grösster Ballspielplatz der Mayawelt
  • Die gefiederte Schlange Kukulcan
  • Toltekenarchitektur

Chichen Itza ist eine zweigeteilte Mayastätte! Der alte Teil (Chichen viejo) ist klare Mayaarchitektur und der jüngere (Chichen nuevo) wird dominiert durch Architektur im Toltekenstil. Haben die Tolteken in der späten Zeit Chichen Itza eingenommen oder haben die Maya Chichen Itzas die Region in Freundschaft mit den Tolteken regiert? Diese interessante Frage aus der Welt der Maya ist bis heute noch nicht beantwortet…

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Der Palast der tausend Säulen, fotografiert vom Tempel des Kukulcan

In der Nähe Chichen Itzas gibt es kein Oberflächenwasser, also keinen Fluss oder See. Die Wasserversorgung wurde hier ausschließlich durch cenotes gewährleistet – so genannte Dolinenbrunnen, natürliche Aufbrüche in der Karstlandschaft, die Zugang zum unterirdischen Suesswassersystem geben.

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Der heilige Dolinenbrunnen von Chichen Itza

Dennoch gehen die ersten Zeichen für eine Besiedelung bis 500 v. Chr. zurück – auseinander liegende Hütten aus vergänglichen Materialien und erste kleine Plattformen. Erst Jahrhunderte später kam es zur Gründung des monumentalen Stadtstaates. Erst in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts begann die Stadt langsam aber sicher zu wachsen und zunächst nur im heutigen so genannten Chichen viejo, dem südlichen Teil der heutigen Ruinenanlage. In der späten Klassik bis zum Ende des 9. Jahrhunderts ist der Einfluss des Puuc Stils Puuc Tardio in Chichen Itza unverkennbar.

iglesia kirche mayastaette Chichen Itza

Frontfassade der „Iglesia“ (Kirche), klarer Stil Puuc TardioGlatte untere Fassade und überladene Ornamentik an der oberen Fassade und dem Dachkamm

Darauf folgt der eindeutige Einfluss der Toltekenkultur, dem unter anderem der groesste Ballspielplatz der Mayawelt zuzuordnen ist, der unvergleichliche „Tempel des Kukulcan“ und der „Komplex der Tausend Säulen“.

ballspielplatz mayastaette chichen itza

Panorama mit dem Ballspielplatz im Vordergrund,dahinter der „Tempel des Kukulcan“ und in der Entfernung der „Komplex der Tausend Säulen“

Der Tempel des Kukulcan ist ein unvergleichliches Bauwerk der Maya-Architektur! Zu den Equinoccios, den Tagundnachtgleichen, 21.03. und 23.09. bekommt der Beobachter den Eindruck, eine Schlange würde die Treppe der Pyramide heruntergleiten. An den Equinoccios und jeweils ein bis zwei Tage vorher und hinterher fallen die Sonnenstrahlen am Nachmittag gegen 16:00 Uhr so perfekt über die abgerundeten Außenseiten der Pyramide, dass die gesamte Südseite im Schatten liegt und nur auf die Außenseite der Treppe ein Licht fällt. Im Spiel mit Licht und Schatten und den sich ständig ändernden Einfallswinkeln der Sonnenstrahlen sieht es so aus, als ob sich eine helle Schlange die Pyramide herabwindet. Und was haben die Maya Chichen Itzas am Treppenansatz konstruiert? Einen riesigen Schlangenkopf!

maya schlangenkopf chichen itza

Der Schlangenkopf am Treppenansatz des „Tempels des Kukulcan“

Ein besonderes Markenzeichen Chichen Itzas sind die so genannten Chac Mools, Wächterstandarten, die vor Eingängen zu heiligen Gebäuden postiert wurden. Sie halten eine Opferschale in den Händen, in denen Besucher oder Pilger Opfergaben ablegten.

Wächterstandarte Chac Mool in von Fern bis Nah…

Reliefs und Wandmalereien aus dieser Zeit zeigen eine aggressive und kriegerische Kultur, in der häufige Menschenopfer Teil der Kultur waren. Die „Plattform der Totenköpfe“ ist überfüllt mit in Stein gehauenen menschlichen Totenköpfen, die in Schlachten getötete oder geopferte Feinde zeigen.

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Die Plattform der Totenköpfe

Auch im heiligen Cenote Chichen Itzas wurden Opfergaben versenkt. Ebenfalls mit Anzeichen für Menschenopfer, Feinde, die anscheinend am Cenote getötet und dann hineingeworfen wurden.

Die Forscher um den deutschen Archäologen Peter Schmidt, die seit vielen Jahren in der Stätte arbeiten, haben aufgrund mehrerer Hieroglyphentexte, festgestellt, dass es in Chichen itza wahrscheinlich zum ersten Mal zu einer anderen Regierungsform gekommen ist als die der Monarchie. Hier haben anscheinend anstatt eines allein herrschenden Maya-Königs ab der Späten Klassik Gremien die Geschicke des Stadtstaates geleitet.

Über 80 sacbeob (Strassen/Wege) sind bislang in Chichen Itza und der nahen Umgebung gefunden worden. Leicht erhöhte Dammstrassen, die Gebäudekomplexe untereinander verbanden. Einige sind mehrere Kilometer, andere nur wenige hundert Meter lang.

 
Satelittenbild Chichen Itza und Umgebung
Interaktive Karte: Sie können Maßstab & Ansicht ändern, in alle Richtungen scrollen & Streetview nutzen
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Übernachtungsmöglichkeiten in der Umgebung
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