Mayastätte Uxmal, Mexiko

maya uxmal tempel des magiers

Der einzigartige Tempel des Magiers in Uxmal

 
Die wichtigsten Informationen & Fakten zur Mayastätte “Uxmal”
Name der Mayastätte / Übersetzung: Uxmal / drei Mal konstruiert
Name zur Zeit der Mayakultur / Übersetzung: Unbekannt
Liegt im heutigen Land: Mexiko
Mayabereich: Nördlicher Bereich
Mayaregion: Puuc Region
Früheste Evidenz menschlicher Besiedlung: ca. 600 v. Chr.
Besonderheiten / Merkmale / Sonstiges:
  • Perfekte Steinbearbeitung und beste Konstruktion von Gewölben
  • Prachtvolle Paläste
  • Einzigartiger „Tempel des Magiers“

Während sich im gesamten Norden der Yucatan-Halbinsel ueber die Jahrmillionen viele cenotes (Dolinenbrunnen, die Zugang geben zu dem unterirdischen Suesswassersystem) herausgebildet haben, die den Maya direkten Zugang zu Wasser sicherten, finden sich in der erhöhten und hügeligen Puuc-Region keine natürlichen Zugänge zu Wasser. Hier mussten die Maya von Beginn an Wasserauffang- und aufbewahrungssysteme entwerfen, um überleben zu können. Deshalb finden sich in dieser Region viele von Menschenhand geschaffene Wasserreservoire und so genannte chultunes. Chultune sind unterirdische Auffangbecken, die zumeist wie monumentale Flaschen konstruiert wurden, in die Regenwasser mittels Gefälle der drumherum befindlichen Oberflächen geleitet wurde.

mayastaette uxmal maya

Impressionen aus Uxmal - In der Ferne und Mitte der Tempel des Magiers

Die landwirtschaftlichen Flächen in dieser Gegend sind sehr fruchtbar, so dass pro Jahr mehrere Ernten möglich waren. Die Bevölkerungsdichte wird aufgrund der analysierten Gebäudedichte aus der Mayazeit auf bis zu 2,000 Menschen pro km2, während die Bevölkerung heute auf nicht einmal auf 2 pro km2 kommt. Im nördlichen Peten Guatemalas, einem dichten Regenwaldgebiet gibt sich den Forschern das gleiche Bild – riesige Landstriche, die heute unbewohnt sind – und mit den heutigen Möglichkeiten der herkömmlichen Wasserversorgung gar nicht bewohnbar sind – in denen sich aber immense Mayastädte befinden, die zu ihrer Hochzeit tausende von Mayas beherbergten.

Über die Jahrhunderte haben sich in der Puuc-Region sechs architektonische Stile herausgearbeitet, die zu verschiedenen Zeiten ihre Anwendung fanden. Eingeteilt in frühe und späte Puuc-Stile unterscheidet man zwischen den frühen Stilen Oxkintoc Temprano, Proto Puuc und Puuc Temprano.

Oxkintoc Temprano 300 – 550 n. Chr.
(mit ziemlicher Sicherheit wurde schon früher in dieser Bauform konstruiert, doch sind die Zeugnisse jener Zeit zumeist überbaut, welches die zeitlichen Analysen sehr erschwert): Die Gebäude dieser frühen Zeit zeigen glatte Fassaden ohne Ornamentik und Kraggewölbe, die aus unbehauenem Gestein konstruiert wurden. Grob zugehauene Steine und schlecht verarbeitete Wände werden mit einer dicken Stuckschicht überstrichen, um eine glatte Fassade zu erreichen. Die Innenräume haben sehr kleine Dimensionen.

maya uxmal palast des nonnenklosters

Der Palast des Nonnenklosters

Proto Puuc 550 – 750 n. Chr.:
In diesen 200 Jahren (Frühe Klassik) steigt die Maya-Bevölkerung in allen Gebieten stark an, womit eine starke Bauaktivität in Verbindung steht.
Der Baustil Proto Puuc weist eine ähnliche Anwendung auf wie Oxkintoc Temprano, aber die Verarbeitung der Mauern und Wände wurde bereits verbessert, erste Ornamentik tritt auf und Türstürze aus bearbeitetem Stein zieren die Eingänge. Die Innenraumgrößen variieren, es werden immer noch kleinste Innenräume konstruiert, aber mittlerweile existieren auch Räume von größeren Dimensionen.

Während das über gesamt Mesoamerika bekannte Konstruktionssystem des so genannten Talud-Tablero – auf einen unteren abgeschrägten Fassadenteil (Talud), folgt ein oberes breites und kastenförmiges Gesims (Tablero) – schon viel früher im südlichen Tiefland Anklang findet (Kaminaljuyu 100-200 n.Chr. und in Tikal ab 250 n. Chr.), kommt es in der Puuc-Region erst um 550 n. Chr. zur ersten Anwendung.

Puuc Temprano 750 – 850 n. Chr.:
Detaillierte Fassaden mit ausgearbeiteter Ornamentik, verschiedene Fassadenteile, mehrere Gesimse mit Friesen. In die Dachkämme werden Skulpturen von menschlichen Figuren und Hieroglyphentexte eingebaut.
Immer noch häufig enge Innenräume, aber mit vielen Eingängen, die häufig in Form von Rundsäulen mit quadratischen Kapitellen konstruiert werden. Die Gesimse sind rechteckig und einfach gehalten. Eine klare Verbesserung der Bausysteme, in der die Wände und Bögen mit gut zugehauenen Steinen konstruiert wurden.
In verschiedenen Stätten befinden sich hohe mit Skulpturen versehene Stadttore, die einen Eingang in das jeweilige Zentrum darstellen. Häufig führt von außen her eine lange sacbe (Strasse) zum Stadttor, die zwei Städte untereinander verband.

Der Baustil des späten Puuc wird allgemein Puuc Tardio 850 – 1,000 n. Chr.: genannt und wird unterteilt in mehrere Unterstile wie den Puuc Junquillo, Puuc Mosaico und Uxmal Tardio.

Der Stil Puuc Junquillo charakterisiert sich hauptsächlich durch die Darstellung langer Reihen kleiner Säulen, die sich zwischen dem mittleren und dem oberen Gesims befinden. Klare Reihen von Säulen ohne andere Ornamentik in der Fassade bis hin zu verschiedensten Kombinationen mit anderen geometrischen Figuren.

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Das Haus der Schildkröten – mit langen Reihen der typischen kleinen Säulen

Im Gegensatz zu den Stätten des südlichen Tieflandes (Peten, Usumacinta, Palenque etc.) finden sich in den Stätten der Puuc-Region viel weniger Tempelpyramiden, sondern auffallend häufig mehrstöckige monumentale Paläste mit vielen Innenräumen. Eine Einzigartigkeit der Puuc-Region der Spätzeit sind dabei riesige Konstruktionen, die Palast- und Tempelarchitektur vereinen. Die unteren Geschosse sind klare Räume, die zu Wohn- oder Administrationszwecken dienten und das oberste Geschoss ist dann ein Tempelbau.

Im Stil Puuc Mosaico erkennt man klar eine grandiose Perfektionierung der Architektur. Wände und Mauern werden von dicken Schichten kräftigen Kalkmörtels überzogen, denen perfekt zugehauene Steinplatten vorgesetzt werden. Die Mauern wurden also nun im heutigen Sinne verklinkert, was es nirgendwo sonst in der Mayaregion gab.

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Perfekt zugehauene untere Steinfassade. Darüber wird die "Choza" – das typische Gebäude aus vergänglichen Materialien, in dem das normale Volk lebte - in der heiligen Steinarchitektur reproduziert

Die letzte Bauphase Uxmals wird im so genannten Uxmal Tardio konstruiert. Hier treten Darstellungen in der Ornamentik auf, die auf einen Einfluss von außen hindeuten – Nicht-Maya. So die Darstellung des Regengottes der Tolteken, der so genannte Tlaloc und Eulen, die nur in der Symbolik der Tolteken auftreten.
Die Puuc-Stile der Spätzeit weisen Wände, Gewölbe und Dachkämme auf, die fein gearbeitet sind und deren Steine vorher sorgfältig bearbeitet wurden. Die unteren Fassaden bleiben glatt und unverziert, während der obere Fassadenteil mit ausgearbeiteten geometrischen Mosaiken dekoriert wurde. Darunter finden sich große Masken über den Türen und an den Gebäudeecken; hauptsächlich Masken des in dieser trockenen Zone besonders wichtigen Regengottes Chac. Die Eingänge zu den Palastgebäuden werden immer groesser konstruiert und die Türstürze sind nun aus Holz.

 
Satelittenbild Uxmal und Umgebung
Interaktive Karte: Sie können Maßstab & Ansicht ändern, in alle Richtungen scrollen & Streetview nutzen
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Tourguides & Reiseanbieter nach Uxmal
Our Mexico – Independent Travel in Mexico www.ourmexico.com
Turitransmerida, Mexiko www.turitransmerida.com.mx
 
Übernachtungsmöglichkeiten in der Umgebung
Hotel Villas Arqueologicas www.villasarqueologicas.com.mx

 

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